Chronik zum Besuch von Turnfesten bis 2003
Turnfeste jeder Art, ob Gauturnfeste bzw. Gaukinderturnfeste, Landesturnfeste bzw. Landeskinderturnfeste oder gar Deutsche Turnfeste sind schon etwas Besonderes im Turnerleben. Ein Turnfest ist eben mehr als nur ein Wettkampf im Turnen, eben ein richtiges „Fest“ mit Turnen.
Gaukinderturnfeste – keine Olympiade ist aufregender
Wer je bei einem Gaukinderturnfest war, wird bestätigen, dass es aufregender gar nicht sein kann. Für die Betreuer – Gottseidank finden sich immer wieder welche- ist dieser Tag ein „Supertag“.
Die Aufregung beginnt schon früh morgens am Sammelplatz. Vor Ungeduld sind die ersten viel zu früh da. Aus Übereifer haben immer welche etwas vergessen und die Familie muss noch einmal Heim; diese kommen dann reichlich spät. Es wird viel durcheinander geschnattert und über Übungen und Marschverpflegung gesprochen.
Und dann die Stunde des Wettkampfes: Strahlende Buben und bitterlich schluchzende Mädchen – oder umgekehrt! – je nachdem, ob eine Übung gut gelungen oder verpatzt war. Beim Laufen Anfeuerungsrufe der Kameraden aus dem Verein, als wenn es um den Olympiasieg ginge. Viel Freude dann über die Medaillen und so manches Kind läuft stolz damit herum.
Am frühen Nachmittag werden die Kinder von selbst ruhiger: Sie haben sich verausgabt; sie werden ein wenig müde. Aber sie sind alle glücklich und recht friedlich miteinander. Auf der Heimfahrt nickt dieser oder jener mal kurz ein; die Kinder sindja bereits seit den frühen Morgen stunden auf den Beinen.
Daheim sind die Erwachsenen total geliefert; die Plappermünder standen ja den ganzen Tag nicht still und hatten immer etwas zu erfragen oder zu erzählen. Aber im Rückblick sind die Kinderturnfeste eine herrliche Sache: Sie schenken so viel Frohsinn, stärken die Kameradschaft, dienen der Gesundheit und deshalb freuen sich auch unsere erwachsenen Helfer/innen auf das nächste Kinderturnfest.
Soweit ein Artikel über Gaukinderturnfeste aus unserer Vereinszeitung „SPORT – REPORT“ vom Oktober 1981. Wir glauben, er vermittelt einen kleinen Eindruck davon, was ein Gaukinderturnfest ist. Neben den Gaukinderturnfesten standen auch immer die Teilnahme an Hallenkinderturnfest und Landeskinderturnfesten auf dem Programm der Turnabteilung.
Landesturnfeste
Von den Landesturnfesten sei stellvertretend das Landesturnfest 1980 in Oberursel erwähnt, da es allen Teilnehmern in besonderer Erinnerung blieb.
Turner ( aus Breiten- und Leistungssport), Leichtathleten und Volleyballer verbrachten gemeinsam vier Tage in Oberursel. Am Donnerstag vormittag wurde bei ständigem Regen die SVW Zeltstadt aufgebaut. Egon Grimm hatte mal wieder schon im Vorfeld an alles gedacht: bereits zu Hause hatte er ein 16x4 m großes Plastikdach angefertigt, welches über die Zeltstadt gespannt wurde und praktisch die „gut Stubb“ abgab. Trotz des schlechten Wetters wurden von den Sportlern hervorragende Leistungen im Wettkampf erbracht. Rund um die SVW Zeltstadt bildete sich eine tiefe Morastschicht, welche der allgemeinen Stimmung aber keinen Abbruch tat. Lies der Regen auch nur ein bisschen nach wurde der angrenzende Sportplatz zum Fußball spielen genutzt.
Am Samstag abend wurde unter der Anleitung von Manfred Nilsson ein großes Lagerfeuer entfacht. Unter viel Beifall wurden Siegerurkunden und Medaillen verteilt, Höhepunkt war die Verleihung des Schlammferkelordens an Ursula Grimm.
Deutsche Turnfeste
Nach den Deutschen Turnfesten in Hannover mit 11 Teilnehmern der Sportvereinigung und Frankfurt 1983 mit 33 Teilnehmern, das für uns eigentlich kein richtiges Turnfest war, da wir nur zu den Wettkämpfen und Veranstaltungen anreisten, blieb uns das Deutsche Turnfest 1987 in Berlin in besonderer Erinnerung.
Daher ein paar Auszüge aus dem Turnfest Tagebuch:
Die Anreise starte am 30.Mai gegen 12 Uhr mit dem Sonderzug in die 750 jahre alte und geteilte Stadt Berlin. Auf den Strecken der Deutschen Reichsbahn in der DDR ging alles etwas langsamer und die Aussicht aus dem Fenster bot auch nicht sehr viel Abwechslung.
Am Abend noch wurde noch die Umgebung der Schule oder die Stadt erkundet; die einen kamen schon früh am Abend die anderen erst früh am Morgen nach Hause in die Schule. Der erste Tag in Berlin wurde für eine Stadterkundung im Westteil genutzt; Ku’damm, Siegessäule; Reichstag und Brandenburger Tor standen nach dem Eröffnungsgottesdienst in Charlottenburg auf dem Programm. Die Eröffnungsveranstaltung war für diejenigen, die einen Platz ergattern konnten, ein Gewinn. Nach dem Einmarsch der Vereinsfahnen, Claus Möller und Camilla Groß übernahmen diese Aufgabe für unseren Verein, und den Grußworten stellten sich die Landesturnverbände in Großraumvorführungen dar. Für den Transport in Berlin stand die reichhaltige Palette der Berliner Verkehrsbetriebe zur Verfügung, so dass wir auch am ersten Wettkampftag als eine von 603 Mannschaften im Volleyball-Freizeit-Turnier starten konnten.
Neben den Turnfestwettkämpfen, Deutschen Meisterschaften und Lehr- oder Schauvorführungen stand auch immer wieder Berlin selbst auf dem Programm der Weiskircher Teilnehmer. So wurde auch die Gelegenheit genutzt, einmal die Unterschiede zwischen West- und Ost-Berlin zu sehen. Die Mauer quer durch die Stadt, das eingesperrt sein der Bevölkerung der DDR, ging über das hieraus, was man begreifen kann. Man konnte nur einfach seine eigenen Erfahrungen bei der Grenzabfertigung und in Ost-Berlin machen. Einige Turnfestteilnehmer nutzten den Besuch im Osten der Stadt zum Treffen mit Bekannten aus der DDR und Heike Haupt und Judith Löw nahmen unsere „Kleinen“ mit nach Ost-Berlin, wofür ihnen auf diesem Weg noch einmal zu danken ist. Denn dies war für die jüngsten Turnfestteilnehmer des Vereins doch ein Erlebnis, das heute nicht mehr nachgeholt werden kann und durch das einiges besser verstanden wurde.
Am 07.Juni fand dann noch er Festzug statt, an dem alle über 50 Teilnehmer der Sportvereinigung mit marschierten und mit den von Edith Hofmann hergestellten blau-weißen Fähnchen den Berlinern zuwinkte.
Nach der Rückkehr wurde noch die Turnfest-Eiche im Bereich des Einganges am Katholischen Kindergarten gepflanzt, die noch heute dort bewundert werden kann, da sie immer wieder gut gepflegt wurde und Heinrich Massoth ihr immer wieder etwas Wasser zum anwachsen spendierte.
Nach dem Turnfest hieß es „Berlin war eine Reise wert“ und schon drei Jahre später stand das nächste Turnfest in „BODO“ also Bochum und Dortmund 1990 auf dem Programm. Den rund 30 Teilnehmern der Sportvereinigung ging dieses Fest ging als Turnfest der langen Wege in die Erinnerung ein. Insgesamt rund 100 000 Turner, erstmals auch mit Teilnehmern aus der ehemaligen DDR, feierten zusammen ihr Turnfest.
Auch zum Turnfest 1994 nach Hamburg machten sich 27 Teilnehmer der Sportvereinigung auf den Weg. Zum 1. Mal wurde anstelle von Volleyball ein Mixed Turnier des Turnspiels „Indiaca“ gespielt und bereits im Vorfeld fanden Trainingsstunden für Indiaca statt. Einen besonderen Abend verbrachten alle Teilnehmer der Sportvereinigung am 20.Mai, als nämlich unser EGON GRIMM hier in Hamburg beim Deutschen Turnfest seinen 60. Geburtstag feiern konnte und die kompletten Teilnehmer des SVW und Freunde des Vereins zu einer spontanen Feier eingeladen waren.
Das nächste Turnfest in München 1998 wurde dann mit 21 Teilnehmern der Sportvereinigung Weiskirchen besucht. Neben den Leichtathletik Wettkämpfen nahmen die „Turner“ auch an den Indiaca-Pokal-Turnieren mit den Mannschaften Herren und Mixed teil. Bei sonnigstem Wetter konnten wir eine tolle Zeit in München genießen und wohnten diesmal so zentral am Viktualienmarkt, dass viele Veranstaltungen zu Fuß besucht werden konnten.
Beim letzten Deutschen Turnfest in Leipzig 2002 war leider mit Frank Herold nur ein einziger Teilnehmer der Sportvereinigung vor Ort. Aber laut den Berichten von Frank und den Fernsehberichten, war auch Leipzig eine Reise wert.