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Chronik der Turnabteilung für die Zeit bis 2003

Mit dem Turnen fing 1893 im Verein eigentlich alles an, als sich etliche junge Männer zusammenfanden und die „Turngesellschaft“ ins Leben riefen, um in diesem Verein Leibesübungen zu pflegen. Der Verein gehörte damals dem Bund Starkenburg an, ab 1905 dem Maingau.

Nach schwierigem Beginn kam die Turnerei erst um die Jahrhundertwende richtig in Schwung, damals unter dem 1. Turnwart Andreas Wolf und dem Trainer Robert Jäger, später mit Turnwart Gottfried Dürr und Turnern wie Valentin Wolf I, Philipp Wolf, Wilhelm Wolf, Peter Jäger, Nikolaus Sattler, Andreas Wolf, Jakob Sattler, Wendelin Jäger, Anton Wolf, Franz Paul, Gustav Meyer, Kilian Sahm und Johann Schweikart, um nur einige Namen aus alten Chroniken zu zitieren.

Die Besuche von Turnfesten und erste Vergleichsturnkämpfe gegen die TGS Jügesheim und die TG Obertshausen gehörten neben dem alljährlichen „Anturnen“ im Frühjahr und „Abturnen“ im Herbst zu den besonderen Ereignissen. Im Darmstädter Hof und auf dem Turnplatz beim „Schiel“ wurde damals geturnt. Weitgehend entsprach die Geschichte des Turnens in den ersten knapp 20 Jahren der Vereinsgeschichte der Turngesellschaft bis zum 1. Weltkrieg, denn das Turnen und der Spielmannszug waren damals die Basis des Vereins.

Schon zu dieser Zeit sorgte ein Turnausschuss für die organisatorischen Voraussetzungen für Training und Wettkämpfe. Namen wie Peter Jäger, Jakob Sattler und Robert Jäger sind mit dem Turnausschuss vor allem aus der Zeit des Wiederaufbaues nach dem 1. Weltkrieg in die Vereinschronik eingegangen.

Mit dem Aufkommen populärer Sportarten nach dem 1. Weltkrieg wie Leichtathletik und Fußball und dem Zusammenschluss der Vereine „Turngesellschaft“ und dem Fußballclub „Teutonia“ zur „Sportvereinigung“ bildete das Turnen nicht mehr die Hauptsportart. Vielmehr war es ab jetzt eine Abteilung, von mehreren angebotenen Sportmöglichkeiten im Verein.
Zumeist spielten die Turner auch noch Fußball und trieben Leichtathletik. Die Turnerei erlebte dann Mitte der zwanziger Jahre bis 1933 eine neue Blütezeit, nicht zuletzt durch eine junge, leistungsstarke Riege.

Robert Jäger und Georg Jäger erturnten sich damals zahlreiche Siege und Preise, Valentin Wolf siegte 1926 beim 52. Maingauturnfest bei der TGS Jügesheim. Andreas Jäger siegte im Dreikampf mehrfach bei Gauturnfesten und nahm an Ausscheidungswettkämpfen teil. Ganz besonders sind auch die Vereinswettkämpfe aus den Jahren 1930 und 1932 zu erwähnen.

 

Dem Turnausschuss dieser Zeit gehörten unter anderem Gottfried Dürr, Valentin Wolf I., Peter Jäger, Andreas Wolf und Jakob Sattler an.

Im Zuge der politischen Umbildung 1933/34 ging die erfolgreiche Zeit der Turnerei im Verein praktisch zu Ende, denn viele der bis dahin erfolgreichen Turner hörten auf, wenn auch noch in kleinem Rahmen bis zum Kriegsbeginn 1939 das Turnen weiter begrenzt gepflegt wurde.

Nach Ende des 2. Weltkrieges war auch im Turnen der Neuanfang schwer. Begonnen wurde wieder im Saal des „Darmstädter Hofes“, auf dem Bauplatz von Adam Engelmohr, übergangsweise bei der Turngemeinde Hainhausen und der TGS Jügesheim, weil es in Weiskirchen an Trainingsmöglichkeiten fehlte. Namen von Turnern aus dieser Zeit von 1949 bis 1957:

Walter Jäger im Zwölfkampf; Andreas Kopp im Zwölfkampf und in der Leichtathletik; Erich Jäger im Achtkampf, weiterhin waren dabei Karl Paul, Karl Henkel, Egon Kindling, Alwin Schroth, Herbert Jäger, Bruno Helm, Ortwin Ricker, Karl Egermeier, Helmut Zilch, Dieter Heun und Franz Bonifer. Dem Turnausschuss gehörten damals unter anderem Josef Schwab und Egon Grimm an.

In den fünfziger Jahren hegte man noch den Plan, die Scheune des „Darmstädter Hofes“ um zu bauen, doch zerschlug sich dieser und man fasste den Bau einer Sporthalle ins Auge.

 

Die Entwicklung des Turnens innerhalb der Sportvereinigung in den letzten rund  30Jahren, die uns noch besser in Erinnerung sind, soll in die folgenden Bereiche „Kinder- und Gerätturnen“, „Gymnastik“, „Kunstturnen weiblich und männlich“, „Trampolinturnen“ und „Indiaca“ gegliedert dargestellt werden. Außerdem wird ein spezieller Abschnitt über „Turnfeste“ veröffentlicht.

 

An dieser Stelle deshalb nur ein paar kurze Highlights, die die gesamte Abteilung „Turnen“ betreffen:

Die Fertigstellung der vereinseigenen Sporthalle 1975/76 beendete die Übungsmisere in der heutigen Geschwister Scholl Schule in Hainhausen und im Bürgerhaus Weiskirchen. Während sich schon viele Vereine auf das zur Verfügung stellen von Sportanlagen der sogenannten „öffentlichen Hand“ verließen, verließ sich die Sportvereinigung ausschließlich auf sich selbst. Sie startete 1975 den Bau einer Sporthalle mit internationalen Ausmaßen und baute die bis dahin größte Sporthalle der Umgebung. Diese großzügigen Räumlichkeiten kamen besonders in der Anfangszeit, als noch nicht so viele Hallensportarten in der Sportvereinigung Fuß gefasst hatten, der Turnabteilung zu Gute. Schon drei Jahre später wurde eine moderne Kunstturnhalle in Betrieb genommen.

Neben den Neubauten war der Einzug des Leistungssportes im Kunstturnen und Trampolinturnen bis hin zur nationalen Spitze im Bundesliga Bereich ein wesentlicher Faktor der Amtszeit des Abteilungsleiters Eduard Friedrich von 1975 bis 1988, die nur kurzzeitig durch ein Gastspiel von Helmut Nickel 1982 unterbrochen wurde.

1975 nahmen erstmals 13 und 14 jährige Turnerinnen der Sportvereinigung an der Vorturnerausbildung des Turngaues Offenbach-Hanau teil. Unter diesen war auch Angela Kohls (damals Hanigk), die noch heute als Übungsleiterin im Kinderturnen und seit 1992 auch im Eltern-Kind-Turnen tätig ist.

 

In den folgenden Jahren nahmen immer wieder Jugendliche der Sportvereinigung erfolgreich an der Vorturnerausbildung teil, davon sind heute noch aktiv:

Frank Herold (Vorturnerausbildung 1978); Stefanie Klepping (ehemals Herold 1981); Gabi Staab (ehemals Grimm 1985); Judith Möller (ehemals Löw 1985), Sandra Schlaud (1990)und Monika Müller (ehemals Grimm 1994) . Außer der Vorturnerausbildung haben Waltraud Haupt, Angela Kohls, Frank Herold und Judith Möller eine Übungsleiterausbildung und Sandra Schlaud ist ausgebildete Sportlehrerin. Auch in Lehrgängen und Workshops bilden sich die Übungsleiter und Vorturner jährlich weiter, um immer möglichst „up to date“ zu sein.

 

 

Das Jahr 1988 brachte für die Turnabteilung einige Veränderungen mit sich. „Edi“ Friedrich, der die Abteilung 13 Jahre leitete, übergab anlässlich der Jahreshauptversammlung den Abteilungsvorsitz in jüngere Hände, nämlich in die von Angela Kohls.Sie steht seit 1988 bis auf wenige Unterbrechungen an der Spitze der Turnabteilung als deren Abteilungsvorsitzende.

Gleichzeitig mit dem Wechsel an der Spitze, wurde die Abteilung neu strukturiert. Die bisher selbstständigen Bereiche Turnen, Trampolin und Gymnastik bildeten nun die Säulen der neuen Abteilung „Turnen“. Aufgrund der Abteilungsgröße wurde ein Abteilungsvorstand gewählt, dem so engagierte Leute wie. A. Jonas, H.P. Michels (stellv. Abt.-Leiter), F. Herold, W. Haupt, J. Möller, S. Klepping, G. Staab und E. Hofmann angehörten. Ziel dieses Abteilungsvorstandes war es, die drei Bereiche unter dem Dach der Abteilung Turnen zu integrieren und neue Perspektiven für die zukünftige Arbeit der Abteilung zu finden.

Um die Veranstaltungen in ihrer ganzen Vielfalt komplex zu planen, veranstaltet die Abteilung seit 1992 jährliche Klausurtagungen von 1 bis 3 Tagen, an denen viel Vorbereitungsarbeitund Planung von Aktivitäten stattfindet.

Für die Kinder der Turnabteilung gab es zwischen 1988 und 1996 jährlich Ausflüge und auch einmal im Jahr ein Schauturnen, bei dem sich die Übungsleiter immer ein besonderes Programm einfielen ließen. Zu Beginn der neunziger Jahre präsentierte sich unsere Abteilung auch mehrmals mit einem Tag der offenen Tür, von 1993 bis 1995 wurden unsere Angebote mit zahlreichen Spielständen und Mitmach-Angeboten im Rahmen eines „Mickey-Festes“ präsentiert

Im Jubiläumsjahr 1993 war ein 11-köpfiger Abteilungsvorstand tatkräftig in den Festablauf involviert und das Programm des Vereinsabends am damaligen Festsonntag stand unter der Leitung von Angela Kohls und Frank Herold. Nach dem Hoch der vorangegangenen Jahre musste die Abteilung Turnen in den nun folgenden Jahren ihr Rahmenprogramm dann etwas zurücknehmen, was vor allem an dem Weggang einiger Übungsleiter lag. So verließen Viola Lemke, Sabine Massoth und auch Angelika Stark während der Jahre 1995 bis 1997 den Verein. Im Jahre 2000 beendete dann auch Yvonne Dries ihre Übungsleitertätigkeit, blieb der Abteilung aber als Helfer und Freund verbunden. Auch die verbleibenden Übungsleiter konnten teils familiär teils beruflich bedingt nicht mehr so viel Zeit für den Verein aufbringen. Trotzdem konnten so traditionsreiche Veranstaltungen wie der Kindermaskenball trotz der Übungsleiterwechsel etc. schon über viele, viele Jahre erst vom Jugendausschuss, dann gemeinsam mit diesem und seit etwa Mitte der neunziger Jahre unter der Leitung der Turnabteilung jährlich angeboten werden. Auch wurden immer wieder hervorragende Veranstaltungen arrangiert, wie z. B. 2000 und 2002 in Zusammenarbeit mit dem Turngau der Kindererlebnistag in der Sporthalle der Sportvereinigung stattfand. Im Zeichen der Zeit organisierte die Abteilung Turnen auch schon drei Flohmärkte im Bürgerhaus, die stets ganz gut ankamen. Im Jahre 2002 fand dann seit langer Zeit einmal wieder ein „Tag des Sports“ statt, bei dem sich unser Verein in seiner kompletten Breite präsentierte und die Leitung und Koordination dieser Veranstaltung lag einmal mehr in den Händen von Angela Kohls. Auch bei der Eröffnung des Natur- und Spielparks am Missionskreuz im August 2002 war die Abteilung mit Spielständen vertreten. Als weitere Säule der Abteilung ist Werner Fehl zu nennen, der schon 1991 als sportlicher Leiter Trampolin in der Turnabteilung mitarbeitete und seit 1992 als stellvertretender Abteilungsleiter bzw. Abteilungsleiter tätig ist und auch die Abteilung in Vorstandssitzungen vertritt. Auch die Bereiche Kasse und Presse werden von Judith Möller bzw. Stefanie Klepping seit 1992 erfolgreich und zuverlässig bearbeitet.

Seit geraumer Zeit wird das gesellige Zusammensein aller Kinder der Abteilung Turnen bei dem jährlichen Grillfest in der letzten Turnstunde vor oder der ersten Turnstunde nach den Sommerferien gefördert. Auch viele Eltern besuchen dieses Fest, dass fast immer auf dem Tartangelände hinter der Sporthalle stattfindet.

 


Ihr Familiensportverein in Rodgau