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1. Mannschaft 1928

Chronik der Abteilung Fußball von 1906 bis 1993

Das Fußballspiel hatte bereits im Jahre 1904/05 seinen Einzug in Weiskirchen gehalten. Aber es konnte nicht recht Fuß fassen, bis sich im Jahre 1906 einige junge Männer zusammenfanden und den Fußballclub „Teutonia“ gründeten.

Das Gründungslokal war der „Darmstädter Hof“, sein damaliger Besitzer Karl Meyer.

Die Gründer waren: Valentin Wolf, Nikolaus Ott, Christian Göbel, Leonard Busch, Eduard Neugebauer, Peter Winter, Franz Assion, Peter Werner, Johann Wolf. Zum ersten Vorsitzenden wurde Nikolaus Ott gewählt (1906-1908).

Unter großer Mühe mussten Kleidung, Schuhe und Bälle beschafft werden, und der letzte Groschen wurde geopfert, um zu dem ersten Spiel zu kommen. Dieses wurde auf der Farrenwiese in der Nähe der Bahnlinie ausgetragen. Sonntag für Sonntag wurden vier Torpfosten und zwei Latten auf- und nach dem Spiel wieder abgeschlagen. In den Jahren 1906 bis 1910, wo das „wilde Spielen“ Mode war, gab es nicht jeden Sonntag einen Gegner. Darum entschloss man sich im Jahre 1910/11 dem Süddeutschen Fußballverband beizutreten. Gespielt wurde in der C-Klasse unter dem Vorsitzenden Johann Wolf (1908-1914). An die ersten Meisterschaftsspiele zurückerinnert waren unsere größten Gegner der „Fußballverein Bieber“ und die „Kickers“ Obertshausen. Es war nicht leicht, in dieser Zeit gleich eine Meisterschaft zu erringen. Auch die Sportplatzfrage drängte sich in den Vordergrund. Damals spielte man von der Bundesstrasse zum Bach. Durch opferbereite Tätigkeit einiger Mitglieder konnte neuer Boden erworben und der Platz längs der Bundesstrasse nördlich des Ortsausganges gelegt werden, wo auch im Jahre 1912 die Platzeinweihung stattfand.

Dank der neuen Platzanlage und der Spielstärke der Mannschaft konnte schon nach drei Jahren 1913/14 die erste Meisterschaft in der C-Klasse errungen werden. Um zum Aufstieg in eine höhere Klasse zu kommen, musste die Mannschaft um die Bezirksmeisterschaft spielen, wo sie gegen eine starke Konkurrenz wie „Kickers Obertshausen“, „Germania Dörnigheim“, „Sportverein Rückingen“ den zweiten Platz belegte. Damit war der Aufstieg in die B-Klasse errungen. Doch in der schönsten Blüte unseres Fußballklubs brach im August 1914 der erste Weltkrieg aus, und viele unserer aktiven Spieler wurden zur Wehrmacht einberufen. Bis zum Jahre 1916 konnte der Spielbetrieb offengehalten werden.

Als der Krieg 1918 sein Ende nahm, wurde im Frühjahr 1919 das Spiel unter dem Vorsitzenden Jakob Krämer wieder aufgenommen. Schon nach einem Jahr standen zwei gute Mannschaften zur Verfügung, und man konnte 1921/22 die zweite Meisterschaft erringen. Um den Verein noch mehr zu stärken, entschloss man sich im Jahre 1922, den Fußballklub „Teutonia“ und die „Turngesellschaft“ zusammenzuführen, was auch gelang. Unter dem Namen „Sportvereinigung Weiskirchen“, dem Ehrenvorsitzenden Franz Werner und dem neugewählten Vorsitzenden Georg Kreis hatte der Verein ein noch festeres Fundament bekommen. In den folgenden Jahren wurde mehr verhalten als auf die Erringung einer Meisterschaft gespielt. 1926 wurde Peter Roth zum Vorsitzenden gewählt, der für die Jugend größtes Interesse zeigte. Schon 1928 stand eine ganz junge Mannschaft, die alles Alte hinwegdrängte. Die Fußballabteilung bildete in diesem Jahr einen Spielausschuss unter der Leitung von Peter Jäger mit den Beisitzern Wilhelm Sattler, Robert Jäger, Josef Ricker, Franz Assion und Fritz Meyer.

1929 wurde Wilhelm Sattler zum Spielleiter gewählt. Dem Vorstand und dem Spielausschuss gehörten 1931 an: Peter Roth, erster Vorsitzender; Adam Engelmohr, zweiter Vorsitzender; Robert Jäger, Kassierer; Michael Sahm, Schriftführer; Wilhelm Sattler, Spielausschussvorsitzender.

Neue Aufgaben wurden gestellt: Umzäunung des Platzes – 25 jähriges Jubiläum – Trainer für Fußballabteilung. Alle diese Aufgaben wurden unter dem Vorsitzenden Peter Roth gelöst. 1932 wurde ein neuer Spielausschuss gewählt: Vorsitzender Wilhelm Sattler; Beisitzer: Peter Jäger, Robert Jäger, Franz Assion, Georg Kreis, Lehrer Meixner und Fritz Meyer. Als Trainer und Mitspieler wurde Fritz Bayer, ehemals Kickers Offenbach , verpflichtet. Mit Fritz Bayer kam neues Leben in die Mannschaft und bereits 1933 konnte die dritte Meisterschaft in der B-Klasse errungen werden. Was uns von Fritz Bayer als Trainer und Spieler bis 1949 war, ist für alle unvergesslich. Nach dem Umsturz 1933 musste ein Lokalwechsel vorgenommen werden, neue Kreiseinteilungen erfolgten. Gegen stärkste Konkurrenz musste die Mannschaft von 1934 bis 1939 spielen. Gerne denken wir zurück an die Spiele gegen „Kickers Obertshausen“, „Teutonia Hausen“, Mainflingen, Zellhausen, Klein Auheim und Seligenstadt, wo wir immer an zweiter oder dritter Stelle standen. Unvergessen sind auch die großen Pokalspiele gegen Sportverein Bensheim, Hassia Dieburg mit den bekannten Spielern Adam Schmitt und Kolb (später Eintracht Frankfurt). Damals wurde mit vier Mannschaften gespielt: erste Mannschaft, Reserve und zwei Jugendmannschaften. Nach guter Vereinsarbeit brach 1939 der zweite Weltkrieg aus, und wieder wurden viele aktive Spieler eingezogen. Die Erste und die Reserve Mannschaft stellte das Spiel ein, und nur die Jugend hielt den Betrieb bis 1942/43 offen.

Es fiel schwer, die Tätigkeit 1945 wieder aufzunehmen, da es an einem geeigneten Lokal fehlte. Durch den Zusammenschluss aller sporttreibenden Vereine in Weiskirchen unter dem Namen „Sportgemeinschaft Weiskirchen“ , dem Vorsitzenden Heinrich Paul und dem Spielausschussvorsitzenden Wilhelm Sattler, konnten 1946 die ersten Verbandspiele wieder durchgeführt werden. Endlich, nach einem Jahr, konnte das alte Vereinslokal wieder zur Heimat des Vereins werden, und es ging rasch aufwärts mit dem Fußballbetrieb.

Durch sinnloses Handeln während der Kriegsjahre wurden die Umzäunung und der Umkleideraum völlig zerstört. Alles musste neu hergerichtet werden. Große Opfer wurden seitens des ersten Vorsitzenden Valentin Horch, des zweiten Vorsitzenden Franz Jäger, Peter Jäger, Theodor Sattler, Wilhelm Sattler, Fritz Henkel, Fritz Wolf, Eduard Neugebauer, Andreas Kopp, Alois Schweikart, Leonhard Ball, Heinrich Massoth, Peter Schweikart, Josef Ball, Simon Helm jr., Simon Fr. Helm und vielen Mitgliedern gebracht. Auch die Jugendarbeit wurde von 1945 bis 1956 nicht vergessen. Zwei Fußballpioniere , Heinrich Jonas und Peter Ott, brachten es fertig, eine Schüler-, eine B-Jugend- und eine A-Jugendmannschaft auf die Beine zu stellen und so den Nachwuchs zu sichern.

Eine A-Jugendmannschaft errang 1949 und eine B-Jugendmannschaft 1952 den Meistertitel. Nachdem 1949 Fritz Bayer als Trainer von uns schied, wurde 1950 Heinz Jakob als Trainer und Spieler verpflichtet. Seine gute Arbeit wurde 1950/51 Heinz Jakob mit der Erringung der vierten Meisterschaft und dem Aufstieg in die A-Klasse gekrönt. Durch viele Ausfälle und Verletzungen musste die Mannschaft nach harten Kämpfen wieder zur B-Klasse absteigen. Durch Neubesetzung mit Trainer Fritz Kircher und den Spielern Renk und Günther Alker konnte 1953 nach aller Wunsch die fünfte Meisterschaft erkämpft werden; ein Beispiel dafür, was Mannschaftsgeist und eiserner Wille vermögen. Der Aufstieg war zum zweiten Male gelungen , und man spielte

1953/54 mit einer-, einer B-Jugend-, einer A-Jugend-, einer Reserve- und einer ersten Mannschaft. Aber es sollte nicht von langer Dauer sein, und die erste Mannschaft musste zum zweiten Male absteigen.

Nach dem 50. Jubiläumsjahr 1956, das natürlich mit einem großen Fest gefeiert wurde, leitete Adam Zerfaß noch bis 1964 als Spielleiter die sportlichen Geschicke im Fußball, ein Jahrzehnt der „ewigen Zweiten“, wie der damalige Vereinsvorsitzende und Spielleiter von 1939 bis 1955, Wilhelm Sattler, diese Zeitspanne charakterisierte.

Es waren die Jahre, in denen die Sportvereinigung in der B-Klasse eine hervorragende Rolle spielte, doch es reichte nie zur Meisterschaft, sondern mit steter Regelmäßigkeit nur zum Zweiten. Bis 1959 wurde die 1.Mannschaft von Trainer Kexel geleitet, und dann begann die große Serie der Trainer, die von der Offenbacher Kickers zu Sportvereinigung zumeist als Spieltrainer kamen, nachdem sie bei den Kickers ihre aktive Fußballerlaufbahn beendet hatten. Dazu gehören im Fußball der Region und darüber hinaus klangvolle Namen wie Heini Keller und Helmut Mack sowie auch Heinz Jakob Keim.

In diese Zeit der späten fünfziger und ersten sechziger Jahre fallen auch die vielen Freundschaftsspiele mit dem Fußballclub Schinnen in Holland, eine Freundschaft, die bis 1967 intensiv gepflegt wurde. Fast jedes Jahr kam es zu einer Begegnung der Mannschaften beider Vereine, wie auch die Junioren und Alten Herren schon gegen Mannschaften der späteren Partnerstadt von Weiskirchen , Udenhout spielten.

Neben Adam Zerfaß sind aus dieser Zeit vor allem noch Namen wie Valentin Horch, Karl Roth und Helmut Erbert geläufig, Mitglieder, die sich engagiert für den Fußball einsetzten.

Für eine gute Basis in der Jugendarbeit sorgte damals seit 1960 ein Mann, der unvergessen ist, Herbert Jonas, der 1962 die Aufgabe des Jugendleiters übernahm und bis zu 10 Jugendmannschaften stellen konnte. Unerwarten starb Herbert Jonas im Alter von nur 35 Jahre 1975 und hinterließ eine Lücke, die noch heute schmerzt. Walter Schöps übernahm nach dem Tod von Herbert Jonas dessen Werk und führte es fünf Jahre fort, bis 1980/81 Heinz Wirkner diese wichtige Aufgabe im Verein übernahm, die Jugend an den Fußball heranzuführen.

Nach Adam Zerfaß folgte als Spielausschussvorsitzender Heinrich Sattler bis in die Spielzeit 1966/67, und dann begann eine neue Ära unter dem Spielausschussvorsitzenden Richard Sahm.

In der Saison 1972/73 hatte auch endlich das B-Klassendasein der Sportvereinigung ein Ende, als die Mannschaft nun in Ihrer langen Geschichte zum 4. Mal Meister dieser Klasse wurde. Die Mannschaft um Dietmar Fischer und Trainer Dieter Wöll schaffte Meisterschaft und Aufstieg in die A-Klasse im letzten Spiel durch einen 1:0 Erfolg beim TSV Klein-Auheim.

Das Ziel der nächsten Runde wurde voll erreicht, der Klassenerhalt in der A-Klasse. Zeitweise stand die Mannschaft sogar auf dem 2. Platz un nahm schließlich am Ende der Punktrunde 73/74 den guten 5. Platz ein. Trotz großen Verletzungspechs im zweiten Spieljahr 1974/75 reichte es noch zum sicheren 8.Platz, und damit hatte sich die Mannschaft jetzt unter Spielertrainer Franz Schott auch fest in dieser Spielklasse etabliert.

In der dritten A-Klassenrunde erreichte die Mannschaft mit Ihrem Trainer Herbert Färber sogar die Vizemeisterschaft. Und in der Festschrift der Sportvereinigung im Jahre 1976 zum 70. Fußballjubiläum, der 75. Fahnenweihe und zum 50. Jubiläum des Frauenturnens heißt es hoffnungsvoll und optimistisch: “Für die Zukunft ist das Ziel der Sportvereinigung die Bezirksklasse !“

Den Beweis ihrer Leistungsstärke hatte die Sportvereinigung auch bereits 1975 im 1.Rodgau-Pokalturnier der Fußballmannschaften erbracht als sie gegen den favorisierten Bezirksligisten SV Jügesheim das Turnier gewann.

Die Zeit von 1976 an war gekennzeichnet durch eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung, die nicht zuletzt auch mit dem Namen des Trainers Bernd Lippert eng verbunden ist, der seit 6. Dezember 1976 die 1.Mannschaft betreute. Das gilt auch für den Spielausschussvorsitzenden Richard Helm, der seit den sechziger Jahren dem Spielausschuss angehört und dieses Gremium wie die gesamten Fußballgeschicke seit 1968 leitet.

Am Anfang dieser letzten fünf Jahre der Chronik bis zum 75. Jubiläum im Mai 1981 stand ein legendäres Spiel, das Endspiel um den Rodgau-Pokal auf dem Platz der Sportvereinigung anlässlich des 70. Jubiläumsfestes. Nachdem die Sportvereinigung im Jahr zuvor den Rodgau-Pokal gewonnen hatte, wollte man natürlich im 70. Jubiläumsjahr den Wanderpokal behalten. Das sehr spannende Endspiel gegen den SV Jügesheim endete unentschieden, und so fiel die Entscheidung beim Elfmeterschießen zugunsten des SV Jügesheim. Ein wahrer Fußballkrimi.

Noch spannender nicht nur auf dem grünen Rasen, sondern auch am „grünen Tisch“ wurde es zwei Jahre später. Es ging um Aufstieg aus der A-Klasse in die Bezirksliga Frankfurt –Ost. Die Sportvereinigung hatte sich in den fünf Jahren Ihrer A-Klassenzugehörigkeit in dieser Klasse etabliert und zuletzt auch eine führende Rolle gespielt.

In der Saison 1977/78 waren nun Meisterschaft und Aufstieg programmiert, und am Schluss stand die Sportvereinigung auch mit einem Punkt Vorsprung nach spannender Saison an der Spitze vor dem FC Dietzenbach. Mit diesem sportlichen Endergebnis der Saison gab sich der FC Dietzenbach jedoch nicht ab und geschlagen, sonder man wies der Sportvereinigung nach, bei einem Spiel unberechtigt einen Jugendspieler eingesetzt zu haben. Zur Strafe musste die Sportvereinigung einen Abzug von zwei Punkten hinnehmen, verlor die Meisterschaft, und der FC Dietzenbach wurde nun Meister und Aufsteiger. Doch nur bis zwei Tage vor Beginn der neuen Punktrunde. Die Sportvereinigung war nämlich ob dieser Angriffvariante am „grünen Tisch“ nicht untätig geblieben, sondern wies nun ihrerseits sozusagen mit einem „Konter“ nach, dass der FC Dietzenbach ebenfalls bei einem Spiel einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt hatte.

Zwei Tage vor der neuen Punktrunde erst entschied der Bezirksrechtsausschuss: Zur Strafe zwei Punkte Abzug für FC Dietzenbach. So sah sich nun also die Sportvereinigung wieder als Aufsteiger und Meister. Das war am 11.August 1978, und ausgerechnet an einem 13., also nur zwei Tage später begann schon die Punktrunde in der neuen Klasse, der Bezirksliga. Der 13. brachte der Mannschaft Erfolg:“ Toller Einstand“, so lautet die Schlagzeile in der Offenbach Post, und auch der Bericht über das erste Tor der Sportvereinigung in der Bezirksliga soll nicht vergessen werden und zeugt auch von der damaligen Euphorie: “Helm wuchtete das Leder an die Latte und Scheler markierte nach dem Abpraller per Fallrückzieher das 1:0, das also nicht nur ein historisches, sondern dazu auch ein sehenswertes Tor war.“

Auch die Spieler dieses ersten Bezirksligaspieles der Sportvereinigung sollen genannt und damit in die Chronik verewigt werden: Hebeisen, Schmitt, H.Roth, Grotjan, Helm, Subtil, Schorn, Küchler, Lippert, Trageser, Polaczek und Ricker. Die Torschützen zum 3:1 Erfolg gegen Hüttengesäß: Scheler, Lippert und Helm. Der Klassenerhalt wurde im 1. Jahr mit dem 10 Platz und 30:33 Punkten sicher geschafft. Härter wurde der Kampf um den Klassenerhalt in der Saison 1979/80, denn in der unglücklich verlaufenen Vorrunde erreichte die Mannschaft nur 11 Punkte, doch mit einem wahren Kraftakt in der Rückrunde erkämpfte sich die Mannschaft doch noch mit 32 Punkten und dem 14. Platz den Klassenerhalt. Zu den Höhepunkten dieser Runde mit einem „ furiosen Endspurt“ gehörten vor allem die Derbysiege mit 1:0 und 2:1 gegen den Lokalrivalen SV Jügesheim.

Im 3.Jahr der Bezirksliga hat sich die Mannschaft in dieser Klasse gefestigt und spielt im Frühjahr 1981 sogar eine führende Rolle im oberen Tabellendrittel. Seit dem Aufstieg in die A-Klasse in der Saison 1973 sind übrigens im Frühjahr 1981 noch drei Spieler in der 1. Mannschaft dabei: Bernd Lippert, Helmut Küchler und Richard Helm , seit 13. Jahren dabei und damaliger Kapitän der Mannschaft.

Die kontinuierliche Aufbauarbeit der letzten Jahre wurde auch in der Saison 82/83 fortgesetzt und hier kam man dem Ziel Aufstieg mit dem 2. Tabellenplatz schon recht nahe. Trainer Bernd Lippert konnte fast mit der gleichen Mannschaft auch in der Saison 83/84 wieder den 2.Platz erreichen, der jedoch nicht für den Aufstieg reichte. Die Saison darauf brachte den 10.Platz ein.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass man eine in sich gefestigte Mannschaft zusammen hatte, die sich als Team in der Spitze der damaligen Bezirksklasse behaupten konnte, jedoch mit einem Aufstieg wollte es einfach nichts werden.

Die Saison 85/86 brachte dann endlich die so lange ersehnte Meisterschaft und damit verbunden den Aufstieg in die Landesliga Süd. Die in den letzten Jahren so erfolgreiche Mannschaft wurde jetzt durch Spieler ergänzt, die sich ihre Sporen schon in höheren Klassen verdient hatten. Zielsetzung war ein Nichtabstiegsplatz, den man auch mit dem 14. Platz eigentlich mühelos erreichte.

Zu diesem Zeitpunkt stand mit Göbel, Bremer, Wende, Blum, Koch, Schöbel, Kling und Agentelli sowie Marton, Roth, Schmitt, Scheler und Pilz eine recht schlagkräftige Truppe zur Verfügung. Trainer war auch in der kommenden Saison Bernd Lippert, der jedoch nach wenigen Spielen das Handtuch warf und durch den ehemaligen OFC-Keeper Wilfried Kohls als Trainer ersetzt wurde. In diesem Jahr erreichte die Mannschaft einen beachtlichen 7. Tabellenplatz.

Das Jahr darauf erreichte man den 10. Platz allerdings mit 3 Trainern in einer Saison. Wilfried Kohls folgte schon nach 11/2 Jahren dem Ruf des Bieberer Berges und kehrte zum OFC zurück. Danach wurde die Mannschaft vorübergehend von dem heutigen Amateurtrainer der Frankfurter Eintracht Ramon Berndroth betreut, bis dann

Werner Funk die Leitung der Mannschaft übernahm. Mit Werner Funk erreichte die Mannschaft den 15.Tabellenplatz, der zu einem Entscheidungsspiel um einen der Abstiegsplätze berechtigte. Dieses Spiel wurde nach dramatischen 90 Minuten mit 1:0 gegen den FCA Darmstadt gewonnen. Somit war für ein weiteres Jahr die Zugehörigkeit zu Landesliga Süd gesichert.

Allerdings konnte sich die Mannschaft, die in den letzten 4 Jahren doch ihr Gesicht erheblich verändert hatte, auch nur einen Relegationsplatz sichern, der wiederum zu einem Entscheidungsspiel gegen den SKV Mörfelden führte. Dieses Spiel wurde auf neutralem Platz in Neu-Isenburg dann jedoch verloren und wir mussten den Weg zurück in die Bezirksoberliga gehen. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Mannschaft schon von Dieter Rudolf betreut, der Werner Funk 3 Spiele vor Saisonende ablöste. Mit dem Ziel Wiederaufstieg startet die Mannschaft dann in die Saison  90/91. Mit dem 2. Platz konnte die Mannschaft auch sofort einen Relegationsplatz um den Aufstieg erreichen. Hierauf wurde jedoch verzichtet, was einige Fußballexperten absolut nicht verstehen konnten. Mit dem Gedanken eine Mannschaft zu formen, die aus jungen ehrgeizigen Spielern besteht , waren die Vorstellungen des Vorstandes doch schnell zu erkennen. Daniel Coleman wurde für die Saison 91/92 als Trainer verpflichtet und man konnte Platz 13 erreichen. Trainer in der jetzt laufenden Saison 92/93 wurde als Nachfolger von Daniel Coleman Harry Roth, der sich als Spieler der Mannschaft zur Verfügung stellte. Doch auch Ihn hielt es nicht lange auf den Trainerposten und er wurde von  Trainer Gintaras Oleknavicius abgelöst.

Fussball gestern und heute – Erinnerung und Ausblick

Es wird heute mehr von den Spielern verlangt als noch in früheren Jahren. Diese Feststellung traf der Ehrenvorsitzende Wilhelm Sattler, der von 1930 bis 1955 dem Spielausschuss vorstand und dem Fußball eng verbunden war. Das Fußballspiel ist verglichen mit früher, härter und auch technischer geworden, die Anforderungen sind enorm gestiegen, dies auch in den unteren und mittleren Spielklassen, also nicht nur im Profi-Fußball.

Als Wilhelm Sattler damals noch bei der „Teutonia“ mit 16 Jahren im Jahr 1916 mit dem Fußballspielen begann und auch später noch in seiner aktiven Zeit bis 1930, da kam man unter der Woche so einmal zusammen, um zu spielen, und dazu kamen dann die mehr oder weniger regelmäßigen Spiele an den Sonntagen. Mehr als einmal in der Woche Training, das gab es kaum, und über erfahrene Trainer verfügte man schon gar nicht. Auch spezielles Konditionstraining kannte man noch nicht, und entsprechend sind die heutigen Spieler auch konditionell stärker einzustufen als die Kicker vergangener Jahre. Allerdings waren die Fußballer vergangener Jahre und in der „Gründerzeit“ nun wahrscheinlich nicht schwach auf den Beinen, den damals, da war man noch „gut zu Fuß“, und das gab schließlich auch Durchstehvermögen.

So erinnerte sich Wilhelm Sattler noch gut an ein Auswärtsspiel in Lämmerspiel im Jahre 1919. Von Weiskirchen ging er nämlich zu Fuß nach Lämmerspiel, spielte dort 1 1/2 Stunden, und dann ging es ebenfalls zu Fuß nach Weiskirchen zurück. Damals eine Selbstverständlichkeit, heute kaum noch zu glauben

Die Mannschaft fuhr übrigens oft sogar mit einem Planwagen zu den Auswärtsspielen in der Umgebung, und die weiteren Entfernungen zu den Spielen wurden per Fahrrad überwunden. Auch in der ersten Nachkriegszeit in den fünfziger Jahren waren die Spieler noch größtenteils mit dem Fahrrad unterwegs und übrigens auch ein erstaunlich großer Anhang an Schlachtenbummlern. So fuhren zu Auswärtsspielen in der nahen und ferneren Umgebung nicht selten gut 200 Schlachtenbummler per Fahrrad als Unterstützung der 1. Mannschaft mit. Das war der Stamm der treuen Zuschauer, die natürlich auch bei Heimspielen dabei waren.

Massen an Zuschauern lockten jedoch die Heimspiele auch in der „guten alten Zeit“ nicht in dem  Maße an, wie vielleicht heute in allzu rosiger Erinnerung buchstäblich hochgerechnet wird. Das Ortsderby gegen die Turngemeinde Weiskirchen, das zählte zu den Höhepunkten und lockte bis zu 700 Zuschauer an, ein Ereignis, das jedoch schon lange Geschichte ist, nachdem sich die Sportvereinigung einige Klassen höher etablierte.

Ob der Weg der Fußballer wieder aufwärts führt, vielleicht noch einmal die Landesliga erreicht werden kann? Das bleibt fraglich, zumal die Entwicklung auch im Amateurfußball nicht unproblematisch verlief. Das Problem: Bei einer sich langsam erholenden Jugendarbeit und mit der Übernahme einiger guter Spieler aus der Jugend in die 1. Mannschaft und der breiten Basis auch durch die 2. Mannschaft dürfte eine gute Rolle nur bis zur Bezirksliga gesichert sein. Wird ein höheres Ziel angestrebt, bedarf es großer Talente aus den eigenen Reihen und der Gewähr, dass sie nicht zu  einem Großverein der nahen Metropolen Frankfurt/Offenbach /Darmstadt abwandern, sonder in Weiskirchen bleiben. Zumal durch das heutige Überangebot speziell jetzt, Anfang der 90er Jahre, es äußerst schwierig die Jugendspieler beim „Fußball“ zu halten.

Auswärtige neue und gute Spieler, die für eine weitere Leistungssteigerung gewonnen werden müssten, kosten Geld - was an dieser Stelle nicht verschwiegen werden soll. Dazu stellt sich die Frage, ob eine höhere Spielklasse auch mehr Zuschauer auf den Fußballplatz locken und damit die Einnahmen erhöhen kann. Das erscheint Zweifelhaft angesichts der heutigen Entwicklung mit der Konkurrenz auch anderer Sportarten.

Eine höhere Spielklasse, das bedeutet aber auch höhere Kosten durch weitere Reisen zu den Auswärtsspielen, bedeutet eventuell sogar Einnahmeverzicht, da es in höheren Spielklassen nicht mehr in dem seitherigen Maße zu interessanten Derbys mit Vereinen der näheren Nachbarschaft kommt, die zumeist viele Zuschauer und Schlachtenbummler anlocken.

So gibt sich die Sportvereinigung Weiskirchen also auch abwartend und zurückhaltend, was dieses „Hoch hinaus um jeden Preis“ der Fußballer betrifft. Man gibt sich sachlich und setzt auf eine gesunde Basis, auf die Jugendarbeit , auf engagierte Betreuer und Trainer, als auch auf einen erfahrenen Sielausschuss für den aktiven Bereich unter Leitung des „neuen“ Vorsitzenden Hans-Peter Gutermann.

Die Abteilung der Junioren-Fußballer und der Übergang zu 3. Mannschaft

In der Spielrunde 1974/75 bildete sich eine eigenständige Junioren-Abteilung. Damit wurde eine Idee verwirklicht, die eigentlich schon im Jahre 1950 geboren worden war..

Damals im Jahre 1950 entwuchsen Spieler aus der A-Jugend, die vielleicht über Jahre hinaus die Stütze der 1. Mannschaft geworden wären. Die Chronik der Junioren-Abteilung weist auf Spieler wie Albert Böres, Helmut Winter, Heribert Bayer, Karl Heinz Herdt, Karl Paul, Heribert Roth, Erich Herzing, Joseph Ott, Franz Jäger.

Herbert Berg, Otmar Sattler, Siegfried Kiehl und Hermann Horch. Damals war es dem Verein aus finanziellen Gründen nicht möglich gewesen, diesem Nachwuchs aus der A-Jugend durch Bildung einer Juniorenmannschaft die Vorbereitung auf größere Aufgaben in der 1. Mannschaft zu ermöglichen.

Im Jahre 1974, als wieder eine große Zahl, dieses Mal neun Spieler, der A-Jugend entwuchsen, schritt man jedoch zur Tat. Der Verein war finanziell besser gestellt, und mit Bernd Lippert stand ein guter Trainer, mit A. Müller auch ein Betreuer zur Verfügung, der den Aufbau der Juniorenmannschaft zu seiner eigenen Sache machte.

Bereits die erste Punktrunde 75/76 brachte die Vizemeisterschaft der Gruppe, und das Jahr 1976 sogar einen ersten Höhepunkt, als die Juniorenmannschaft im Endspiel gegen die SSG Langen mit 5:3 Toren den Hessenpokal der Junioren gewann. Folgende Spieler holten damals diesen Pokal: Herbert Bradt, Georg Eifler, Reinhold Paul, G. Schröder, Michael Gesell, Egon Falk, Norbert Hippe, Wolfgang Clemens, Günther Schmidt, Harry Roth, Vlado Polacek, Karl Schnur, Wolfgang Jäger, Friedel Mahr, Mathias Perdigones, Karl Heinz Ricker und Peter Katzschmann.

Die Erfolgsserie hielt noch an. Nach zweimaligen Gewinn des Hessenpokals verfehlte man in der Saison 1975/76 sowie 1976/77 und 1978/79 knapp die Meisterschaft und wurde jedes Mal „nur“ Hessischer Vizemeister.

Ihren größten Erfolg konnte 1982 die Juniorenmannschaft verzeichnen - den Gewinn der Hessenmeisterschaft!

Die Runde 79/80 brachte einen 5.Platz, die Spielzeit 80/81 sah die Junioren auch wieder mit an der Spitze.

Dieser Überblick zeigt, dass die Junioren zu einem festen Bestandteil der Fußballabteilung geworden waren, ein festes Glied in einer Kette, die heute von der F-Jugend über die 3.Mannschaft und 2.Mannschaft bis hin zur 1.Mannschaft reicht.

Die 3.Mannschaft ersetzte damit die Junioren, da man nicht mehr an das 23. Lebensjahr, als Ende, wie bei den Junioren üblich gebunden war.

Die 3. Mannschaft wurde am 23. Juni 1981 durch die Initiative von H.-P. Gutermann, Georg Eifler und Werner Schwies ins Leben gerufen.

Maßgeblich mitbeteiligt waren „alte“Fußballhaudegen wie Walter Schöps, Augustin Müller und Horst Fauther.

Es folgten 2 Spielzeiten mit fast ausschließlich Niederlagen, jedoch gesellschafttlich fand man sich schnell. Damit kam auch der Erfolg. Auswärtige Spieler schlossen sich der Mannschaft an und so wurde kontinuierlich aufgebaut.

Für den Zusammenhalt dieser Truppe spricht das 1992 begangene 10 jährige Bestehen und nach dem Ausscheiden der Gründer Georg Eifler und Hans Peter Gutermann im Dezember 1989 führen folgende Personen die Mannschaft: Thomas Hittel als Abteilungsleiter, Ralf Stermann als Trainer und in der Organisation Franz Wingender  und Norbert Zang

Der Fußball-Nachwuchs in der Sportvereinigung

Die Chronik beweist, dass auf die Jugendarbeit schon immer großen Wert gelegt wurde. So lange in Weiskirchen Fußball gespielt wird, gibt es eigentlich auch Jugendfußballmannschaften. Im Jubiläumsjahr 1981 hatte die Sportvereinigung Jugendmannschaften in den Altersklassen E-, D-, C-, B- und A – Jugend für den Punktspielbetrieb gemeldet und dazu zwei Juniorenmannschaften. Vor allem mit dem Unterbau von einer A-Jugend - plus zwei Juniorenmannschaften unter der 1. und 2. Mannschaft stand die Sportvereinigung einzigartig da, wobei die Junioren allerdings nicht mehr zur Jugend zählen, sondern eine eigene Abteilung darstellten.

Dennoch gehörten die Juniorenmannschaften natürlich zum Nachwuchs, zur Basis, aus der die Talente für die Ligamannschaft herauswuchsen. Die Entwicklung des Jugendfußballs ist in den sechziger und siebziger Jahren eng verbunden mit dem Namen Herbert Jonas, der sich seit 1960 intensiv der Jugend widmete und 1962 als Jugendleiter die Verantwortung für die Jugend übernahm. Sein unerwarteter Tod im Jahre 1975 im Alter von nur 34 Jahren hinterließ im Verein und im Sportgeschehen der Gemeinde eine große Lükke. Zehn Jugendmannschaften spielten damals im Dress der Sportvereinigung, wie überhaupt die Jugendarbeit unter Herbert Jonas eine große Blüte erlebte. Seinem Vorbild zu folgen bemühten sich dann in den folgenden Jahren Walter Schöps bis 1980 und Heinz Wirkner, Dieter Ungermann, Helmut Sahm, Franz Wingender, Volker Paul und Harald Bernhart.

 


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